Der Abstiegskampf ist in vollem Gange – die Dritte braucht dringend Punkte für den Klassenerhalt. Am sechsten Spieltag der Bezirksliga war der Tabellenletzte zu Gast beim Spitzenreiter, den SF Neckartenzlingen. Die Devise von Mannschaftsführer Hasso: Wir haben nichts zu verlieren, also lasst uns frei aufspielen. In der Vorsaison hatten die Neckartenzlinger in Pfullingen noch einen glasklaren 7,5 : 0,5-Sieg eingefahren – den einzigen halben Punkt steuerte damals Bezirksliga-Debütant Jose bei.
Ein kleiner positiver Lichtblick gleich zu Beginn: Die Neckartenzlinger mussten das achte Brett freilassen, wodurch Doris einen kampflosen Punkt einfuhr. Die Pfullinger schnupperten kurz an der Siegesluft und spielten an vielen Brettern mutig und dominant auf.
Die Antwort der Neckartenzlinger ließ lange auf sich warten – nach etwa zwei Stunden beendete Andreas Kaiser die Partie an Brett 4 gegen unseren Peter Jaschik mit einem Sieg. Der Ausgleich war somit wiederhergestellt.
In der Zwischenzeit waren einige Partien weit fortgeschritten – für Yves leider nicht zu seinen Gunsten. Renato Bajer kam an Brett 7 bereits früh in Vorteil und wurde seiner Favoritenrolle schließlich gerecht, womit die klar favorisierten Gastgeber die Begegnung erstmals zu ihren Gunsten drehten.
Ein schmerzhafter Punktverlust ereignete sich auch an Brett 5. Jose, der sich nach einem verfehlten Saisonstart allmählich gefangen hatte (anderthalb Punkte aus den letzten zwei Partien), baute gegen den deutlich stärkeren Frank Häußler einen klaren Vorteil auf. Ein schwerer Patzer brachte seinen Gegner jedoch zurück ins Spiel, der seine nominelle Überlegenheit schließlich ausspielte und auf 3:1 erhöhte.
Kurz darauf kam es auch zum Verlust am Spitzenbrett. Stefans Duell gegen Michael Tscharotschkin glich der biblischen Geschichte von David gegen Goliath – doch anders als in der Vorlage setzte sich hier der klar stärkere Neckartenzlinger durch. Stefan hielt lang gut mit, ein Einsteller entschied die Partie jedoch zugunsten des Gegners. Damit hatten die Gastgeber das Gesamtremis sicher.
Die Pfullinger hatten furios begonnen, und die übrigen drei Spieler hatten weiterhin gute Stellungen – doch war ein 4:4 tatsächlich noch möglich?
Hasso hatte seine Dame an Brett 2 auf der siebten Reihe – sein Gegner Dietmar Guski setzte jedoch mit einem Turmangriff nach, schlussendlich musste Hasso die Waffen strecken und den Neckartenzlingern den entscheidenden Punkt überlassen.
Einen sensationellen halben Punkt sicherte Thomas. Sein Gegner Alexander Tscharotschkin hatte etwa 300 DWZ-Punkte mehr als der Echaztäler, doch das beeindruckte ihn nicht. Thomas‘ Saisonbeginn verlief ähnlich wie bei Jose – lange auf einen Punkt gewartet, im letzten Spiel bereits Remis geholt – und heute erneut den Punkt mit dem Gegner geteilt.
Von hier an sah alles nach einem 6:2 aus – Andreas hatte eine klar ausgeglichene Stellung gegen Udo Ruprich an Brett 6 erreicht. Die Partie ging nach etwa viereinhalb Stunden zu Ende – ein unglücklicher Fehler führte noch zum Sieg des Neckartenzlingers, wodurch die 6,5 : 1,5-Niederlage der Pfullinger besiegelt wurde.
Entsprechend fiel das Endergebnis für die haushoch favorisierten Gastgeber etwas zu deutlich aus. Die Luft im Kampf um den Klassenerhalt wird nun dünner – ab sofort dürfen keine Punkte mehr liegen gelassen werden. Als nächstes empfängt die Dritte am 22. Februar den SV Reutlingen 2. Gelingt der Dritten nun noch das „Wunder von Pfullingen“ – oder ist nach fünf Jahren endgültig Schluss in der Bezirksliga?
