Dramatische Entscheidung in der letzten Partie

Heute fand mehr oder weniger ein „zentraler Spieltag“ in Pfullingen statt: Sowohl die Sechste als auch die Zweite hatten Heimspiel. Die Sechste blieb nach dem Remis am ersten Spieltag auch in der zweiten Runde ungeschlagen. Gegen die SG Königskinder Hohentübingen 4 gab es erneut ein 2:2, zu dem Emily an Brett 3 und Stefanie an Brett 4 jeweils einen Sieg beisteuerten.

Für die Zweite ging es nach der denkbar knappen Niederlage in Nürtingen am vergangenen Spieltag (3,5:4,5) darum, beim Heimauftakt endlich den ersten Saisonsieg einzufahren. Die Pfullinger waren an fast allen Brettern nominell favorisiert, doch das war noch längst kein Freifahrtschein für einen Sieg.

Der Start verlief für Pfullingen alles andere als erfreulich: Donavan Garces (ohne DWZ), der am 3. Oktober für die Zweite nachgemeldet worden war, gab heute sein Bezirksliga-Debüt an Brett 5. Im Duell mit Michael Kollmann (1842) begann es für den Pfullinger zunächst gut. Sein Gegner opferte eine Figur, und Donavan stand über weite Strecken besser. Eine Unachtsamkeit kostete ihn jedoch schließlich eine Figur und damit auch die Partie. Die Gäste gingen somit in Führung.

Besser lief es für Oliver Barth (1975) an Brett 3. Nach einem Rechenfehler seinerseits geriet der Pfullinger zunächst gegen den Tübinger Mannschaftsführer Josef Wöll (1877) in Nachteil. Dieser verpasste es jedoch, seinen Vorteil auszunutzen. Dadurch bot sich Oliver die Chance auf ein Remis, die er schließlich nutzte.

Nach diesem „Anschlusstreffer“ folgte der nächste Dämpfer für die Gastgeber: Sergej Poletajew (1871) duellierte sich mit Alan Wu (1657). Als Favorit konnte sich Sergej anfangs eine gute Stellung erarbeiten. Sein Gegner spielte jedoch zunehmend aktiver und brachte Sergej damit schließlich auf die Verliererstraße.

Die wohl beste Partie des Tages spielte Stjepan Gajek (1902) an Brett 4 gegen Christian Schulz (1804). Stjepan spielte durchweg stark und belohnte sich dafür mit einem vollen Punkt für die Pfullinger. Damit stand es nur noch 1,5:2,5.

Eine ebenso saubere Partie spielte Martin Schubert (1970) an Brett 2. Sein Gegner Klaus Blahut (1908) war nominell leicht im Nachteil. Martin konnte seinen früh herausgespielten Vorteil über die gesamte Partie hinweg behaupten und kontinuierlich ausbauen. Am Ende stand ein weiterer voller Punkt für Pfullingen – und tatsächlich der Ausgleich zum 2,5:2,5. Damit war wieder alles offen.

Die nächste Partie endete an Brett 7: Petros Hipp (1814) geriet durch ein riskantes Manöver zunächst in Nachteil, kämpfte sich jedoch zurück. Am Ende einigten sich die beiden auf Remis.

Nachdem es damit 3:3 stand, richteten sich alle Augen auf Brett 1 und Brett 8. Zuerst endete die Partie am Spitzenbrett, an dem Tilman Schülke (1979) gegen Jonas Gryte (ohne DWZ) spielte. Über weite Strecken begegneten sich beide auf Augenhöhe. Im weiteren Verlauf kam der Tübinger jedoch besser ins Spiel und konnte Tilman schließlich dank positioneller und materieller Vorteile überspielen.

Die letzte Partie des Tages fand am achten Brett statt: Jose Bosch (1767) saß dem Tübinger Ersatzspieler Olaf Winter (1764) gegenüber. Die Partie glich einer Achterbahnfahrt, bei der Olaf Winter positionell schließlich das bessere Ende für sich hatte. Der Verlauf warf allerdings auch moralische und regeltechnische Fragen auf: Ist es legitim, weiterzuspielen, wenn der Gegner nicht reklamiert, dass die eigene Zeit bereits vor dem 40. Zug abgelaufen ist?

Für Jose kam das nicht infrage. Er gab nach einer Weile auf, da seine Zeit bereits zuvor abgelaufen war – auch wenn die Stellung zunächst ausgeglichen aussah.

In einem äußerst wechselhaften Mannschaftskampf setzte sich Tübingen am Ende verdient durch. Für Pfullingen bedeutete das erneut ein bitteres Ende. Als Nächstes ist die Zweite am 29. November beim SV Dettingen/Erms zu Gast. Wird es dort endlich etwas mit dem ersten Saisonsieg?

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