(Bericht von Martin und Jose)
Wie im Vorjahr entsendeten die Schachfreunde Pfullingen ein Großaufgebot von zehn Kindern und Jugendlichen zur Bezirks-Jugendmeisterschaft nach Göppingen. Auch die Bereitschaft der Eltern, Fahrdienste zu übernehmen, war beachtlich. So konnten wir auch befreundete Vereine mitnehmen – Felix aus Metzingen war dabei, und selbst darüber hinaus hätten wir noch weitere Spieler mitnehmen können.

Wir waren von der U10 bis zur U18 in allen Altersklassen vertreten. Für die meisten lautete das Motto „Dabeisein ist alles“ – viele bestritten ihre erste Bezirksmeisterschaft. Zudem gehörten fast alle Pfullinger dem jüngeren Jahrgang ihrer jeweiligen Klasse an. Trotzdem machten sich einige Hoffnungen auf eine Qualifikation zur Württembergischen Meisterschaft. Die besten Chancen bestanden bei Jose sowie bei unseren Mädchen in der U14. Allerdings war die Konkurrenz in beiden Fällen gewaltig:
Jose bekam es unter anderem mit den Bebenhäusern Lukas Kauth und Semen Korenchenko zu tun – Spieler, die bereits unsere erste Mannschaft alt aussehen ließen – sowie mit den beiden Moldovan-Schwestern. In der U14 kämpften 11 Mädchen um vier Qualifikationsplätze, darunter die haushohen Favoritinnen Anna Knaudt aus Reutlingen sowie Aditi Guruprasad, im vergangenen Jahr Teilnehmerin an der Deutschen Meisterschaft.
Unser Jüngster war in diesem Jahr Mithran in der U10. Mit vier Punkten aus sieben Partien und einem Platz im Vorderfeld der Tabelle erzielte er ein tolles Ergebnis.

In der U12 wurden wir von Teo und Karlo vertreten. Beide waren noch neu im Verein, gehörten zu den jüngsten im Feld und schlugen sich dennoch wacker. Es waren schöne Partien dabei, den einen oder anderen Punkt mehr hätten sie verdient gehabt. In der letzten Runde durften (oder mussten) sie gegeneinander antreten und machten das Beste daraus: Nach langem Spiel trennten sie sich remis.


Rasmus bekam es in der U16 gleich in der ersten Runde mit dem ehemaligen Bezirksmeister der Erwachsenen und Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft, Manuel Park, zu tun. Dort war für ihn wenig auszurichten. Am zweiten Tag kosteten ihn Kopfschmerzen die Partie am Morgen. Am Nachmittag war er wieder fit und konnte das Turnier zumindest mit einem Sieg abschließen.

In der U18 traten Alexandru und Jose an. Alexandru hatte in der letzten Zeit nicht viel Schach gespielt, verspürte aber wieder Lust auf die BJEM. In dem starken Feld war es insgesamt schwierig, am Ende standen 1,5 Punkte zu Buche – darunter auch ein Remis gegen den nominell klar stärkeren Linus Wanner, der sich später als erster Nachrücker sogar für die Württembergische Meisterschaft qualifizieren konnte.
Jose machte sich Hoffnungen auf seine erste Qualifikation. Nach einem souveränen Sieg in der ersten Runde kam es knüppeldick: Zunächst ging es gegen Semen Korenchenko – trotz starker Leistung und langem Kampf setzte es eine knappe Niederlage auf Zeit –, anschließend folgte gegen Tatiana Moldovan ein ähnlicher Verlauf. Damit waren am zweiten Tag zwei Siege nötig. Der erste Sieg gelang im Endspiel gegen Berra Elmas aus Altbach – der zweite Sieg war nur zum Greifen nah. In vorteilhafter Position genügte eine Unaufmerksamkeit, um die Gewinnstellung kippen zu lassen. Zum Glück für Jose bot sein Gegner remis an. Vielleicht klappt es dennoch über einen Freiplatzantrag, wofür Jose durchaus gute Argumente in die Waagschale werfen kann.

Würde bei den Mädchen in der U14 tatsächlich etwas möglich sein? Vier Qualifikationsplätze standen drei klaren Favoritinnen sowie einer großen Gruppe starker Konkurrentinnen gegenüber. Anisa und Munisa konnten erwartungsgemäß nicht in das Rennen um die Plätze eingreifen. Katharina und Stefanie lagen nach dem ersten Tag mit zwei Punkten aus drei Partien jedoch in Lauerstellung. In Runde vier meinte es die Auslosung nicht gut mit Stefanie: Nachdem sie bereits gegen die Favoritin Anhelina Stepanova antreten musste, bekam sie es nun auch noch mit Anna Knaudt, der späteren Siegerin der Altersklasse U14, zu tun – damit war die Qualifikation außer Reichweite.

Katharina hatte etwas mehr Losglück, erwischte eine schlagbare Gegnerin – und gewann. Mit drei Punkten aus vier Partien ergab sich eine ideale Ausgangslage, vermeintlich zumindest. Denn in der letzten Runde musste sie gegen Aditi Guruprasad antreten. Ein Unentschieden hätte beiden gereicht, doch darauf ließ sich Aditi nicht ein. Katharina zeigte gegen die klare Favoritin eine starke Leistung, unterlag am Ende jedoch knapp. Nun hieß es bangen und den Rechenschieber auspacken: Es wurde extrem eng, und jedes einzelne Ergebnis zählte. Anna und Aditi waren bereits durch, auch Anhelina gewann ihre Partie und lag vor Katharina. Nun durfte keine Konkurrentin mehr an Katharina vorbeiziehen. Pauline Kramm aus Hohentübingen hatte vor der letzten Runde noch eine sehr gute Wertung, doch alle ihre Gegnerinnen verloren, sodass sie am Ende hauchdünn hinter Katharina landete. Durch einen Sieg hätte nun noch Amelie Zhu aus Steinlach vorbeiziehen können – sie spielte gegen unsere Stefanie. Eine lange, spannende und hart umkämpfte Partie folgte: Amelie gewann zwischenzeitlich die Oberhand, doch Stefanie hielt dagegen, rettete sich ins Remis und sicherte damit Katharina den Qualifikationsplatz.

Am Ende erwies sich das Turnier für den Trainer als deutlich nervenaufreibender als zunächst gedacht – immerhin mit einem Happy-End und einem denkbar knappen schlechteren Ende für Jose.
Vielleicht kommen über einen Freiplatzantrag noch ein oder sogar zwei weitere Happy-Ends dazu – für Jose und/oder Stefanie. Wir werden es sehen.
