Bericht vom Württembergischen Schachfestival

In diesem Jahr wurde zum zweiten Mal nach 2018 das neu konzipierte Württembergische Schachfestival ausgetragen. Es fand vom 23. August bis 1. September statt und beinhaltete ein Internationales Meisterturnier in dem der Württembergische Meister ermittelt wird, das Kandidatenturnier, bei dem man sich für das Internationale Meisterturnier des Folgejahres qualifizieren kann und ein offenes Turnier.
Schauplatz des diesjährigen Festivals war die “Alte Strickfabrik“ in Weissach, einer Gemeinde zwischen Leonberg und Pforzheim, die als Standort des Porsche-Entwicklungszentrums bekannt ist. Der örtliche Bürgermeister ist selbst Schachspieler und machte es möglich, dass das Veranstaltungszentrum als Austragungsstätte genutzt werden konnte, obwohl es in Weissach gar keinen Schachverein gibt.
Sechs Spieler aus unserem Verein beteiligten sich bei diesem Event und sorgten dafür, dass die Schachfreunde Pfullingen die größte Vereinsdelegation stellten! Dieter Einwiller trat im neunrundigen Kandidatenturnier an und traf dort auf eine starke, zum großen Teil, aufstrebende junge Gegnerschaft. Lorenzo Heel, Flori Hain, Benjamin Bartnik, Maxim Marquart und ich spielten das siebenrundige Offene Turnier mit, bei dem von DWZ 1100 bis zum FIDE-Meister mit 2200 eine weit gefächerte Spielstärke vertreten war.
Die Gesamtteilnehmerzahl aller drei Turnier war mit 72 sehr gut passend für die Räumlichkeiten. Im ersten Stock gab es eine Lifekommentierung durch FM Marc Lang (Weltrekordhalter im Blindsimultanspiel) und Gastkommentatoren, die auch im Internet übertragen wurde.
Das internationale Meisterturnier, das mit 4 Großmeistern, einem Internationalen Meister und 4 FIDE-Meistern stark besetzt war, wurde vom russischen Großmeister Evgeny Romanov ( Elo 2579 ) klar dominiert. Er gab nur einen halben Punkt ab und sicherte sich mit herausragenden 8,5 aus 9 den ersten Platz. Bester Württemberger wurde der, für Bebenhausen spielende, Riedericher FM Georg Braun. Mit 5,5 Punkten holte er sich den Titel „Württembergischer Meister 2019“ und seine erste IM-Norm.
Im Kandidatenturnier siegte Sebastian Fischer ( SF Deizisau ) mit 7 Punkten vor Danny Yi ( SF Kornwestheim ), 6,5 Punkte. Die beiden qualifizierten sich damit für das Meisterturnier 2020. Gegen den zweitplatzierten Yi hatte Dieter Einwiller in der Vorschlussrunde, nach überlegener Eröffnungsbehandlung, eine Fortsetzung versäumt, die ihm einen gewinnbringenden Vorteil eingebracht hätte. Leider ging die Partie dann noch verloren. Insgesamt spielte er aber ein starkes Turnier und platzierte sich am Ende mit Rang 8 unter den Preisträgern.
Das Offene Turnier wurde eine sichere Beute des kroatischen FM Marko Rubil. Mit 6,5 Punkten lag er am Ende einen ganzen Punkt vor dem zweitplatzierten Michael Hüttig ( SC Erdmannhausen ). Bester Pfullinger wurde Lorenzo Heel mit 4 Punkten und Rang 11. Durch sein starkes Spiel machte Lorenzo bei den Teilnehmern und Offiziellen auf sich aufmerksam. Mit seiner Turnierleistung von 1763 lag er fast 400 Punkte über seiner Anmelde-DWZ und sicherte sich den Ratingpreis für den besten Teilnehmer unter 1600 DWZ. Mit ebenfalls 4 Punkten landete ich auf dem 12. Platz. Mit der gleichen Punktausbeute, allerdings einer gespielten Partie weniger, folgte Benjamin auf Rang 13. Auch er schnitt klar über den Erwartungen ab. Flori holte 2,5 Punkte und Maxim kam auf 2 Punkte in der Endabrechnung. Für beide war das Turnier eine gute Gelegenheit Spielpraxis zu sammeln.
Einen umfassenden Überblick über das Schachfestival gibt es auf der SVW-Seite im Internet unter https://wem.svw.info/wem_19/
und mit vielen Bildern in der aktuellen Ausgabe des
Newsletter Württemberg unter https://schachzeitung.svw.info/images/ausgaben/2019/2019-10.pdf

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